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22.07.2017, ab 11:00 Uhr

Weißen Pferdchen

von Anne Scherer (Heimatforschein)

DIES: HAUS: STEHET: IN GOTTES HAND: IM WEISSEN PFERT: IST ES GENANDT: ANNO 1612

Diese Inschrift enthüllt Namen und Erbauungsjahr des Hauses – nicht jedoch den Erbauer, der unbekannt ist. Der mit 1612 datierte Gebäudeteil erhielt 1688 nach Osten hin eine Erweiterung, wie der Balken über der zweigeteilten Eingangstür – einer bergischen Klöntür – zeigt.

Das Haus „Weissen Pferdchen“

Name, Lage und Ausstattung des „Weissen Pferdchen“ weisen auf die uralte Wegeverbindung nach Bonn und Köln hin und belegen die Funktion als ehemalige Fuhrmannsherberge. Neben Kaufleuten bewegten sich auch Reisende und Pilger über die Höhenwege zu ihren Zielen. Bei der Rast hier in Hohkeppel konnte man sich erfrischen, kühles Wasser trinken und die Tiere tränken. Der Kessel über dem Feuer hielt eine warme Mahlzeit bereit. Der Schankraum mit Theke bot Proviant für die Weiterreise. Im Eingangsbereich ist alles noch erhalten: ein 10 Meter tiefer Brunnenschacht, die rauchgeschwärzte Bruchsteinwand der Feuerstelle, der ehemalige Schankraum.  Erhalten ist auch eine Besonderheit, das Doppelplumpsklo, das man im Duett nutzen konnte.

Wie lange das Gebäude als Fuhrmannsherberge diente, ist nicht überliefert. Kurz nach dem Tod des Besitzerehepaars Heinrich Müller und Clara Sibilla 1781 begann der Neubau des Gasthauses „Hohkeppeler Hof“ mit großen Stallungen, das 1784/85 fertiggestellt wurde. Man vermutet, dass ab dieser Zeit das alte Gasthaus seine Bedeutung einbüßte. 1823 bis 1836 entstand die „Preußische Staatsstraße“, die heutige Bundesstraße 55 von Köln nach Olpe. Das Reisen wurde nun leichter, und die Dörfer und ihre Gasthäuser auf den Höhen verloren in der Folge an Bedeutung.